Häufige gestellte Fragen bei CMD / Kiefergelenksbeschwerden

Wie lange muss ich auf einen Untersuchungstermin warten?

Aufgrund extrem hoher Nachfrage haben wir im Moment leider Vorlaufzeiten von 4-6 Wochen für einen Erstuntersuchungstermin. Wir bitten hierfür um Verständnis - Herr Dr. Peiler hat die Zeiten für die Kiefergelenkssprechstunde bereits erweitert.

Gerne merken wir Sie auf unserer Warteliste vor. Wenn Sie zeitlich flexibel sind, informieren wir Sie, wenn jemand seinen Termin absagt und Sie kommen so vielleicht ganz spontan an einen schnelleren Termin.

Am besten rufen Sie uns in der Praxis an, dann können wir den schnellstmöglichen Termin mit Ihnen vereinbaren.

Eine wichtige Bitte, wenn Sie einen Termin nicht wahrnehmen können

Wir reservieren etwa 60 Minuten Zeit für Ihre Erstuntersuchung. Wenn sie den Termin nicht einhalten können, bitten wir Sie, spätestens 24 Stunden vorher abzusagen. Das erlaubt uns, den Termin an andere Patienten aus der Warteliste weiterzugeben.

Muss ich zum Untersuchungstermin etwas mitbringen?

Bitte bringen Sie zum Untersuchungstermin folgende Dinge mit:

  • Versichertenkarte (Gesetzlich versicherte Patienten)
  • Überweisung durch Ihren Physiotherapeut, Hauszahnarzt, Orthopäde oder Hausarzt (soweit möglich)
  • vorhandene Aufbiss-Schienen
  • Röntgen- oder Kernspin- / MRT-Aufnahmen von der Kiefergelenksregion (sofern vorhanden)

Sollten Sie sich in laufender physiotherapeutischer Behandlung befinden, empfehlen wir, dass in den letzten 4 Tagen vor der Untersuchung keine Physiotherapie mehr stattfindet.

Sind Kiefergelenksprobleme häufig?

Immer mehr Menschen stehen unter Stress und Konkurrenzdruck. Dies beginnt in der Schule und setzt sich im Beruf fort. Die Belastung innerhalb unserer Gesellschaft steigt jährlich.

Der Mensch muss diesen "Druck" abbauen, was sich heute immer mehr durch Pressen und Zähneknirschen und massiven Belastungen der Kaumuskulatur zeigt. Dauerbelastungen können Veränderungen oder Erkrankungen im Kiefergelenk auslösen.

Am häufigsten sind junge Frauen im Alter von etwa 13 bis 45 Jahren betroffen. Kiefergelenksbeschwerden finden wir in unserer Praxis in Bogen zwischen Pubertät und hohem Alter.

Wie kommt es zu häufigen Verspannungen und Kopfschmerzen?

Der Körper und die Psyche reagieren auf Belastung und Stress mit Pressen und Zähneknirschen und starker Anspannung in der Kau- und Gesichtsmuskulatur in der Nacht. Es kann zu Veränderungen im Kausystem und Kiefergelenk kommen. Dies nennt man "craniomandibuläre Dysfunktionen“ (CMD).

CMD können Auslöser für häufige Kopf- und Muskelschmerzen im Gesicht, Nacken und Schulterbereich sein.

Wenn die Kaumuskeln überbelastet werden, setzt der Körper Schulter- und Nackenmuskulatur ein, um „auszugleichen“. Da die Kräfte oft bis zu 24 mal so stark sind, werden beide oft nach kurzer Zeit ebenfalls überlastet und sind dann hart und verspannt. Ausstrahlende Kopfschmerzen in die Schläfenregion sind dann häufig die Folge.

Wie behandelt man Kiefergelenksbeschwerden?

Vor der Therapie steht die Diagnose.

Zunächst wird der Patient mit einer sogenannten "Funktionsanalyse" genau untersucht und Fehler im Kausystem überprüft. Wenn klar ist, welche Probleme bestehen, lassen sich diese Kiefergelenksbeschwerden gezielt behandeln.

Die Schiene meines Hauszahnarztes hat mir nicht geholfen

In der modernen Kiefergelenksbehandlung werden sehr verschiedene Schienentypen bei verschiedenen Diagnosen eingesetzt.

Dr. Peiler wird bei der Funktionsanalyse genau ermitteln, welche Probleme bestehen und dann festlegen, welche Schiene hier am wirksamsten ist.

Mitunter können auch bestehende Schienen belassen oder mit kleinen Korrekturen optimiert werden. Bitte bringen Sie daher Ihre bisherige Schiene(n) zur Untersuchung mit. Dann können wir prüfen, ob eine bestehende Schiene in die Therapie eingebracht werden kann und ggf. unnötige Neuanfertigungen und Kosten vermeiden.

Ist Kaugummi-Kauen gut oder schädlich?

Wer häufig und vor allem ausgedehnt Kaugummi kaut, steigert die Muskel-Belastung erheblich. Gerade bei Kiefergelenkspatienten können die Beschwerden noch zunehmen.

Somit ist gegen gelegentlichen Kaugummigenuss nichts einzuwenden, problematisch ist er vor allem stundenlang bzw. mehrfach täglich.

Was bringt eine "weiche" Schiene?

Normalerweise schleift man eine Schiene zum langfristigen Einsatz auf Bruchteile eines Millimeters ganz exakt ein - so dass (nahezu) jeder Zahn beim Zubeißen einen oder mehrere Kontakte auf der Schiene hat. So werden alle Zähne feinst justiert und abgestützt, um Zahnwanderungen zu vermeiden.

Weiche (biegsame) Schienen lassen sich meist nicht genau einschleifen, geben beim Draufbeißen nach und haben häufig kaum Wirkung, Probleme dauerhaft zu lindern. Bei Präzisionsschienen setzt man daher meist feste Materialien auf der Kaufläche ein.

Was versteht man unter einer Jig-Schiene?

Wir setzen in unserer Praxis die Jig-Schiene nach Prof. Dr. Wühr erfolgreich ein.

Dabei wird auf der Schiene ein Block auf die Frontzähne gesetzt. Das funktioniert so, als würden Sie mit den mittleren Schneidezähnen auf einen Kugelschreiber beißen.

Beim Zubeißen beißen nur die unteren Frontzähne auf den Block ("Jig"). Der Körper löst einen Schutzreflex aus und reduziert die Kraft in der Muskulatur - der Patient kann die Kaumuskeln fast nicht mehr anspannen. Durch das "Rausnehmen" der Kraft in der Nacht, können die Muskeln nicht mehr stundenlang verkrampfen.

Warum entspannt eine Jig-Schiene die Kaumuskulatur?

Bei der Jig-Schiene befindet sich ein Block auf den oberen Schneidezähnen. So kommt es beim Kieferschluss mit der Schiene nur noch zu Zahnkontakt auf den unteren Frontzähnen. Diese melden einen Reflex an das Gehirn, das sofort auf "Abbeißen“ umschaltet und die Kraft der Muskulatur wie ein „Schutzreflex“ massiv reduziert (andernfalls würden die Frontzähne bei zu starkem Druck abbrechen).

Warum darf ich die Jig-Schiene nicht dauerhaft tragen?

Durch die massive Kraftreduktion wirkt die Jig-Schiene oft ausgezeichnet. Die Muskulatur entspannt bei vielen Patienten binnen weniger Tage bis Wochen sehr stark. Außerdem wird die Jig-Schiene von den meisten Patienten nach kurzer Eingewöhnung als sehr angenehm empfunden.

Die Beschwerden lassen unter Anwendung dieser Schiene meist schnell nach. Deshalb fragen uns in unserer Praxis in Regensburg viele Patienten immer wieder, ob die Jig-Schiene nicht dauerhaft getragen werden könnte und ob sie die folgende Stabilisierungsschiene überhaupt noch benötigen.

Aus wissenschaftlichen Studien geht in einigen Fällen hervor, dass sich Front- und Backenzähne im Unterkiefer verschieben können, wenn die Jig-Schiene deutlich länger als sechs Wochen getragen wird. Daher sollte diese Schiene auf keinen Fall als Dauerlösung angewendet werden.

Ist eine begleitende Physiotherapie ratsam?

Bei Beschwerden in der Kiefergelenksregion (CMD) setzen wir meist zunächst eine Jig-Schiene und in Kombination sechs Wochen später eine Stabilisierungsschiene (je nach Befund) ein. Handelt es sich um ein ausgeprägtes Beschwerdebild, rezeptieren wir oft auch eine begleitende Physiotherapie. Es hat sich gezeigt, dass die Kombination aus Schiene und physiotherapeutischer Behandlung meist sehr schnell zu einem deutlichen Beschwerderückgang führen.

Unsere Empfehlung ist, einen Physiotherapeuten zu wählen, der sich auf Kiefergelenksbehandlung spezialisiert hat bzw. hier eine Zusatzausbildung absolviert hat. Dies können heutzutage schon einige Praxen anbieten.

Hier finden Sie eine Liste von Physiotherapeuten, die sich mit CMD auskennen. Bei entsprechender Notwendigkeit verordnen wir Ihnen die entsprechenden Anwendungen (= "Heilmittel").

Können Sie mir ein Physiotherapie-Folgerezept zuschicken?

Am 01.07.2017 trat die neue Heilmittelverordnungs-Richtlinie für Zahnärzte in Kraft.

Hiernach muss der Zahnarzt bei jeder Heilmittelverordnung (Erst-Verordnung als auch Folgeverordnung) den Patienten untersuchen, erneut eine Diagnose stellen und dokumentieren und sich persönlich vom aktuellen Zustand überzeugen.

Bitte haben Sie daher Verständnis, dass eine postalische Zusendung von Folgeverordnungen nicht möglich ist.

Was bezahlt meine Krankenkasse / Versicherung?

Gesetzlich versicherte Patienten

Gesetzliche Krankenkassen dürfen die Kosten für Funktionsanalyse, Jig-Schiene nach Prof. Dr. Wühr und Gesichtsbogenvermessung nicht übernehmen.

Normalerweise fallen für die Funktionsanalyse bei gesetzlich versicherten Patienten Kosten in Höhe von ca. 100,- EUR an. Abhängig von Untersuchungsdauer und Schweregrad können die Kosten auch höher liegen. Selbstverständlich informieren wir Sie vor der Behandlung über von Ihnen zu tragende Eigenanteile.

Privatpatienten

Je nach abgeschlossenem Versicherungsvertrag werden bei privat Versicherten die Kosten für die gesamte Behandlung (inkl. Funktionsanalyse, ggf. Jig-Schiene nach Prof. Dr. Wühr sowie Gesichtsbogenvermessung als auch Stabilisierungsschiene) häufig übernommen.

Auf Wunsch erstellen wir für Sie vorab einen Kostenvoranschlag, um ihn bei Ihrer Versicherung oder der Beihilfestelle vorab einreichen zu können.

Privatpatienten mit Beihilfe

Als Beihilfepatient wird oft eine Position der Abdrücke nicht von den Beihilfestellen übernommen. Je nach Höhe Ihres Beihilfesatzes macht dies bei 50% etwa 65,- EUR aus, bei 70% Beihilfe ca. 91,- EUR, die wahrscheinlich nicht übernommen werden.